Der Tischtennissport

 

 

 

Tischtennis - Der schnellste Ballsport der Welt

 

Beim Tischtennis werden hohe Anforderungen an die Beweglichkeit, Schnelligkeit und die Koordination gestellt. Spezielle Aufwärmübungen, die zugleich Bewegungs-erfahrungen vermitteln, bilden den Anfang. Danach wird gespielt: Blitzschnelle Richtungswechsel, abrupte Stopps aus Lauf- und Schrittbewegungen und sehr dynamische Drehbewegungen des Körpers beanspruchen den gesamten Bewegungsapparat. Ein idealer Sport für Kondition, Geschicklichkeit und Konzentration.

 

Tischtennis als schnellste Rückschlagsportart der Welt

 

Der im Zusammenhang mit dem Tischtennissport gebrauchte Begriff "schnellste Rückschlagsportart der Welt" ist nicht in jeder Hinsicht korrekt. Es gibt Rückschlagsportarten, in denen das Spielgerät noch höhere Maximalgeschwindigkeiten erreicht. So wurde im Badminton ein Schmetterball mit 493 km/h gemessen. Auch beim Tennis können Geschwindigkeiten von über 250km/h erreicht werden. Beim Tischtennis beträgt die Höchstgeschwindigkeit des Balls etwa 180 km/h.

Jedoch ist die Flugzeit des Balles wegen der immer noch hohen Geschwindigkeit und des kurzen Flugweges geringer als bei anderen Sportarten. Sie kann je nach Geschwindigkeit und Abstand der Spieler vom Tisch nur noch 10 bis 30 Hundertstel Sekunden betragen, was sehr kurze verbleibende Reaktionszeiten zur Folge hat. Extreme Spin-Schläge lassen den Ball mit 9000 Umdrehungen pro Minute rotieren.

Die Spieler müssen hohes Reaktions- und Antizipations-Vermögen mit Ausdauer, Schnellkraft und Körperbe-herrschung verbinden. Tischtennis-Cracks der Spitzenklasse sind perfekte Athleten. Tischtennis gilt als ein Sport und Spiel der Flexiblen und der Kreativen. Und es ist eine echte Lifetime-Sportart. Tischtennis macht auf jedem Spielniveau Spaß und hält Kinder ebenso fit wie Pensionäre. Ein echter Volkssport eben, an den sich jeder heranwagen kann und jeder zweite Bürger hat schon mal Tischtennis gespielt.

 

 

Die Geschichte des Tischtennis

 

 

 

Der Ursprung

 

 

 

 

Tischtennis - Ein Sport für die oberste Schicht

 

Über den Ursprung des Tischtennis gibt es verschiedene Meinungen. Einige sehen die Anfänge am Ende des 19. Jahrhunderts in Indien, von wo aus es sich nach England verbreitete, andere bestreiten dies und halten die Engländer für die Erfinder, wo es 1874 erstmals schriftlich erwähnt wurde: Der englische Major Walter Clopton Wingfield machte das "spharistike" (griechisch: "Lass uns spielen") bekannt. Hierbei handelte es sich um einen Holzkoffer, darin enthalten die Spielregeln und das ganze Zubehör vom Hammer bis zu den Schnüren für die Befestigung der Netzspannvorrichtung auf englischem Rasen. Das Spiel entwickelte sich aus dem "normalen" Tennis und wurde zunächst vorwiegend vom englischen Adel im Freien gespielt. Man verwendete einen Gummiball mit Flanellüberzug oder auch eine Kugel aus Kork. Später benannte man das Spiel in Lawn-Tennis (Rasen-Tennis) um.

 

 

Wegen des häufigen Regenwetters in England verlegte man das Spiel dann in die Wohnung und benutzte dabei normale Esstische; man verlegte das Tennisfeld auf den Tisch. Eine Schnur diente als "Netz", als Schläger nahm man Federballschläger, Bücher oder gar Bratpfannen. Folgerichtig nannte man das Spiel wieder um in Raum-Tennis. 1875 veröffentlichte der englische Ingenieur James Gibb die ersten Spielregeln.

 

Spielset aus den Anfangsjahren

 

 

"Ping Pong"

 

Noppenbelag in der Apotheke erfunden

 

1891 brachte James Gibb von einer Geschäftsreise aus den USA bunte Zelluloid-Bälle mit. Von nun an verdrängte der Begriff "Ping Pong", welcher 1878 erstmals vereinzelt wegen der Geräusche des Balls auftauchte, zunehmend die Bezeichnung Raum-Tennis. Verschiedene Hersteller kreierten weitere Namen, zum Beispiel Gossima, Whiff Waff, Flim Flam und schließlich Table Tennis.

Der Geschäftsmann John Jacques de Croydon, ein Freund von Gibb, meldete 1891 den Begriff "Ping Pong" beim englischen Patentamt zum Patent an und verkaufte die amerikanischen Rechte an die Firma Parker Brothers.

In diesen Jahren wurde der Schläger weiterentwickelt: Der Holzschläger wurde beklebt mit Kork, Schmirgelpapier und Wildschweingewebe. In England wurde 1900 der erste Verein gegründet. Schließlich erfand E. C. Goode 1902 den Gummibelag mit Noppen. Hierzu gibt es eine kuriose Geschichte: E. C. Goode wollte vor einem Turnier in einer Apotheke Kopfschmerztabletten kaufen und beim Bezahlen bemerkte er, dass die Geldstücke auf der weichen Gummiunterlage des Tresens hochhüpften. Er entschloss sich, neben den Kopfschmerztabletten auch noch diese Matte zu kaufen und auf seinen Schläger zu kleben. Er erreichte das Finale und schlug sehr bekannte Spieler eindeutigIm gleichen Jahr wurde in England der nationale Verband "Ping Pong Association" gegründet. Dieser musste aber nach weniger als drei Jahren wegen der Namensrechte an "Ping Pong" aufgeben. Die Bezeichnung "Ping Pong" wurde aber 1901 als Handelsmarke eingetragen und darf seither bei Wettkämpfen oder im Handel nicht mehr frei verwendet werden. "Ping Pong" wird jedoch in der Umgangssprache weiterhin verwendet und in China sogar amtlich, wo der Sport "Ping Pong Ball" heißt und bereits vor vielen Jahren zum Volkssport Nr. 1 avancierte.

 

Verbreitung außerhalb Englands

 

In Ungarn fand 1897 die erste nationale Meisterschaft statt. Zwischen 1905 und 1910 stellte Edward Shires, ein Vertreter von Schreibmaschinen, das Spiel in Wien und Budapest vor. 1899 wurde die 1. Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft (der spätere Fußball-Bundesligist Tennis Borussia Berlin) gegründet, 1900 das erste Ping-Pong-Cafe (Viktoria-Luise-Platz in Berlin) eröffnet. Um 1899 gelangte eine vereinfachte Variante nach Japan. Von hier ausgelangte es nach China, Korea und Hongkong. 1901 fand in Hamburg-Uhlenhorst das erste deutsche Turnier statt. Bis in die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Spiel nicht wesentlich weiter, vielleicht wegen der verschiedenartigen und teilweise komplizierten Regeln.

 

Gründung von Verbänden und erste wichtige Veranstaltungen

 

Nach und nach werden nationale und internationale Verbände gegründet:

 

  • 1907 - wurde die erste deutsche Meisterschaft gespielt im Kasino am Nollendorff-Platz in Berlin

  • 1921 - "Table Tennis Association" in England

  • 1925 - Gründung des Deutschen Tischtennis Bundes (DTTB) am 25. November

  • 1925 - Erste offizielle deutschen Meisterschaften im Herren- und Dameneinzel in Berlin

  • 1926 - Gründung des Österreichischen Tischtennis-Verbandes ÖTTV

  • 1926 - Internationale Tischtennisförderation ITTF in Berlin, gegründet von England, Schweden, Ungarn, Indien, Dänemark, Deutschland, Tschechoslowakei, Österreich und Wales

  • 1926 - wurde die erste Europameisterschaft in London geplant, die allerdings durch die Beteiligung von einigen Indern zu einer Weltmeisterschaft aufgewertet wurde. Für das Endspiel qualifizierten sich die beiden Ungarn Roland Jacobi und Zoltan Mechlovits. Jacobi spielte in langen Bügelfaltenhosen und weißem Hemd. Man überredete ihn, wenigstens die Fliege abzulegen. Er war nach dem 3:0 Sieg der ersteTischtennisweltmeister.

 

 

  • 1927 - "La fédération française de tennis de table" in Frankreich

  • 1928 - erste Meisterschaft von Frankreich

  • 1930 - "The American Ping Pong Association" gestattete den Mitgliedern nur die Verwendung von Spielmaterial der Parker Brothers. Deshalb entstanden in Amerika 1933 zwei weitere Verbände: "U.S.Amateur Table Tennis Association" und "The National TableTennis Association". 1935 vereinigen sich die drei Verbände zur "U.S. Table Tennis Association" (welche sich 1994 in "U.S.A. Table Tennis" umbenannte)

  • 1933 - Der Kieler TTK Grün-Weiß wurde erster deutscher Mannschaftsmeister der Herren

 

Weitere Entwicklung

 

Bis zum Zweiten Weltkrieg kamen die besten Tischtennis-spieler und Tischtennisspielerinnen aus Ungarn (Victor Barna und Maria Mednyanszky), Tschechoslowakei und Rumänien.

Ab 1953 wurden die japanischen Spieler führend.

Sie entwickelten den Penholder-Griff, wobei der Schläger zwischen Zeigefinger und Daumen gehalten wurde. Ferner beklebten sie den Schläger mit dicken Schaumstoffmatten, was das Spiel erheblich schneller machte. Mit ihren neuen Belägen erreichten die Bälle Geschwindigkeiten, die bisher für unvorstellbar gehalten wurden. Ab diesem Zeitpunkt war Japan die neue Macht im Tischtennis. Der internationale Tischtennisverband verbot diese Form des Belages 1959, weil er einen Imageverlust des Tischtennis befürchtete. Das neue Spiel der Japaner war für den Verband uninteressant, es war zu schnell und zu berechenbar. Die neuen Beläge durften nur noch eine Gesamtdicke von maximal vier Millimetern vorweisen und ihr Oberbelag durfte nicht mehr aus Schaumstoff bestehen. Hieraus entwickelten sich die heutigen "Sandwich"-Beläge, bestehend aus einer Schaumstoffschicht als Unterlage und einer Noppenmatte als Oberbelag. Durch diese nun geregelte Belagsituation entstand das Offensivspiel in der heutigen Form. Die Japaner erfanden auch den Topspin. Anfang der 1960er Jahre war Erich Arndt der erste deutsche Spieler, der den Topspin beherrschte. In den nächsten 30 Jahren kamen fast alle Weltmeister aus Asien. Anfang der 1980er Jahre konnten die Europäer mit Hilfe von neuen Techniken (Frischkleben) aufholen.

 

  • 1949 - Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 29./30. Juli der DTTB in Bad Homburg wiedergegründet

  • 1951 - Am 11. März wurde der DTTB wieder in die ITTF aufgenommen

  • 1958 - erste "echte" Europameisterschaft

  • 1964 - Der Franzose Alex Ehrlich stellt in Malmö seinen neuentwickelten Tischtennis-Roboter vor

  • 1966/1967 - deutsche Bundesliga für Herren

  • 1972/1973 - deutsche Bundesliga für Damen

  • 1988 - Tischtennis wurde offiziell olympische Sportart

 

Ping-Pong-Diplomatie zwischen USA und China

 

In den 1950er und 1960er Jahren versuchten die USA und die Volksrepublik China mit "normalem" diplomatischen Mitteln die Beziehungen zu verbessern; die sogenannten Warschauer Gespräche brachten aber nicht die erhofften Ergebnisse. Zu Hilfe kamen hier schließlich die Tischtennis-spieler. Während der Weltmeisterschaften 1971 in Nagoya (Japan) lud China die amerikanischen Tischtennisspieler nach Peking ein. Diesem Besuch folgten weitere Treffen von hochrangigen Politikern (Nixon 1972), wodurch Spannungen abgebaut und die Beziehungen verbessert wurden.

Diese Ereignisse sind heute unter dem Begriff Ping-Pong-Diplomatie bekannt.

 

Erfolge internationaler Spieler

 

Der Ungar Victor Barna ist der erfolgreichste Tischtennisspieler aller Zeiten. Zwischen 1929 und 1939 gewann er 22 WM-Titel: fünfmal im Einzel, achtmal im Doppel, zweimal im Mixed und siebenmal mit der Mannschaft.

 

 

Als bis heute bester Tischtennisspieler gilt der Schwede Jan-Ove Waldner. Er ist im einzelnen: Olympiasieger, 6-facher Weltmeister, 11-facher Europameister, 7-facher TOP 12-Sieger sowie 2-facher Weltcup-Sieger.

 

 

 

 

 

 

 

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